Interessengemeinschaft der Vor- und Nachlassgeber
des Historischen Archivs der Stadt Köln


Kontakt

Dr. Oliver König / Weyertal 13 / 50937 Köln / Mail: okoenig@netcologne.de / Tel 0221/42 66 84

Selbstverständnis

Durch den Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln (HAStK) am 3. März 2009 in Folge des U-Bahn-Baus wurden nicht nur städtische Akten vernichtet oder beschädigt. Es wurden auch Vor- und Nachlässe sowie Sammlungen von Privatpersonen und Vereinigungen zerstört bzw. schwer in Mitleidenschaft gezogen. Diese nicht-amtlichen Überlieferungen – Schriftstücke, Urkunden, Pläne, Plakate, Flugblätter, Fotografien, Tondokumente etc. – waren immer schon mehr als nur eine bloße Ergänzung der amtlichen Archivbestände. Erst durch eine Gesamtschau von amtlichen und nicht-amtlichen Überlieferungen wird gewährleistet, dass durch die Forschung ein multiperspektivischer Blick auf die Geschichte der Stadtgesell­schaft mit ihren Konflikten und Kontroversen gerichtet werden kann. Darüber hinaus ermög­lichen die nicht-amtlichen Bestände im Besonderen, den Blick über die Stadt hinaus zu rich­ten und nationalen wie internationalen Verbindungen in Wissenschaft, Politik und Kultur nachzuspüren und die städtische Gesellschaft und ihr Handeln so in einem umfassenderen Sinne zu verorten und zu gewichten. Die Stadt Köln hat nach dem Einsturz ihres Archivs nur selten den Eindruck vermittelt, dass sie sich ihren Vor- und Nachlassgebern und Depositaren besonders verpflichtet fühlt. Die entsprechenden Personen wurden und werden sehr unzureichend über den Stand der Bergung und Zusammenführung ihrer Bestände informiert. Angebote, bei der Zusammenführung der Archivalien unterstützend tätig zu werden, stießen wiederholt auf Ablehnung. Die Informati­onen über die tatsächlichen Verluste durch die Katastrophe, über Zeit und Dauer der Aufbe­reitung und Zusammenführung der Archivalien sind allenfalls bruchstückhaft und halten einer kritischen Überprüfung nicht stand. Vor diesem Hintergrund haben sich Vor- und Nachlassgeber des Historischen Archivs der Stadt Köln am 2. Juli 2012 zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen, die allen offen steht, die der Stadt Köln in der Vergangenheit Materialien zur Verfügung gestellt haben.

Die Interessengemeinschaft verfolgt drei Ziele:

  • Gegenüber der Stadt Köln wird die IG auf einen angemessenen Umgang auf Augenhöhe mit den Nachlassgebern drängen, auf Transparenz bei der Darstellung der tatsächlichen Verluste und auf den Einbezug von inhaltlicher Kompetenz bei der Zusammenführung der Archiv­bestände.
  • Gegenüber der Öffentlichkeit möchte sie deutlich machen, welche „Schätze“ von Privatperso­nen und Vereinigungen das HAStK beherbergte, um welche inhaltlichen Verluste von Über­lieferung und Geschichte es also tatsächlich geht. Sie wird dazu bundesweite und internatio­nale Kontakte nutzen und ausbauen. In einem ersten Schritt wird die IG Beschreibungen der dem Archiv überlassenen Vor-, Nachlässe und Depositen sammeln, systematisieren und öffentlich machen.
  • Nach innen wird sich die Interessengemeinschaft um Information und Austausch ihrer Mitglieder über den Stand der Restaurierung und Zusammenführung der Archivalien, über künftige Archivplanungen und über juristische Fragen, die mit dem Archiveinsturz in Verbindung stehen, bemühen.


Köln, im Juli 2012

Developer and Programmer: Marc Wolf